Teer (Zigarette)
Teer wird ist in geringen aber nicht zu übersehenden Mengen im Rauch jeder handelsüblichen Zigarette enthalten. Der Begriff Teer wird hier allerdings als Sammelbegriff für ein zähflüssiges Gemisch vieler verschiedener Stoffe und Stoffreste verwendet, die beim Verbrennen des Tabaks in der Zigarette entstehen. Darunter fallen besonders verkohlte organische Verbindungen, die den Überresten von verbranntem Holz, Öl oder Kohle ähneln. Aber auch Überbleibsel von in der Zigarette enthaltenen oder bei der Verbrennung entstandenen Chemikalien. Einer Zigarette selbst wird kein Teer beigemischt, dieser ist lediglich ein Produkt der Tabakverbrennung und ist im Rauch enthalten. Die dortige Menge ist in Deutschland gesetzlich auf maximal 10mg festgesetzt. Das Teerkondensat entsteht durch den feuchten Tabak, der für die starke Rauchentwicklung der Zigarette verantwortlich ist.
Gefahren durch Teer in Zigaretten
Der in Zigaretten enthaltene Teer ist ein primärer Auslöser des Raucherhustens: der in die Atemwege gelangte Teer verklebt die sogenannten Flimmerhärchen, welche dafür zuständig sind, dass Lunge und Atemwege feststofffrei sind. Die erste Abwehrreaktion auf den Teer ist widerkehrendes Husten, da die Haare in einer natürlichen Reaktion versuchen, den unerwünschten Stoff abzustoßen. Da das Teerkondensat aber an den Härchen klebt, kann es nur schwer abgehustet werden.
Der Teer verklebt und zerstört mit der Zeit die Flimmerhärchen immer weiter, bis keine Möglichkeit mehr besteht, eingedrungene Festkörper wie Staub auszuhusten. Als Folge produziert der Körper große Schleimmengen, um den auf diese Weise durch den Rachen zu entfernen. Spätestens ab diesem Zeitpunkt spricht man von einem Raucherhusten.
Darüber hinaus lagert sich der Teer an den Lungenbläschen ab und überzieht diese mit einem Teerfilm. Diese Teerschicht kann nur sehr langsam abgebaut werden und vergrößert sich bei Fortführung des Rauchens. Die Lungenbläschen haben somit Schwierigkeiten, Sauerstoff aufzunehmen, was zu einem niedrigeren Sauerstoffgehalt im Blut und damit in den Organen führt. Entzündungen des Mund- und Rachenraums, Atemstörungen und Bronchitis sind einige mögliche Folgen.
Des Weiteren ist Teer als Produkt organischer Verbrennung kanzerogen (krebserregend) und trägt Mitschuld an an durch das Rauchen verursachten Krebserkrankungen wie Lungenkrebs, Kehlkopfkrebs und Rachenkrebs.
Der Kontakt mit Teer kann sich auch auf die Haus auswirken – die Bandbreite reicht von vorzeitiger Hautalterung bis hin zu bösartigen Veränderungen.
Schutz vor Teer
Einen effektiven Schutz vor Teer in Zigarettenrauch gibt es nicht. Zigarettenfilter halten den Teer nur partiell zurück und auch der Versuch mancher Zigarettenhersteller, den Teergehalt im Rauch durch „Luftlöcher“ im Filter zu senken hat nur mäßige Wirkung. Bei einem durchschnittlichen Zigarettenkonsum von einer Schachtel pro Tag nimmt ein Raucher im Jahr ca. eine Tasse Teer in seine Lunge auf. In noch nicht allzu fortgeschrittenem Alter kann die Lunge bei konsequenter Einstellung des Rauchens regenerative Arbeit leisten und den Teer über die Zeit abbauen. Hierfür muss das Rauchen eingestellt und der Raucher zum konsequenten Nichtraucher werden.
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