Tabak
Tabak ist eine Gattung aus der Familie der Nachtschattengewächse. Verwandt also mit den Gemüsearten Tomate, Paprika, Kartoffel und Aubergine, aber auch mit der wildwachsenden, heimischen Tollkirsche. 10 Beeren der Giftpflanze reichen aus, um einen erwachsenen Menschen zu töten. Das Nervengift Atropin ist dafür verantwortlich. Dieses Alkaloid ist nur eines von vielen, das in Nachtschattengewächsen vorkommt. Das Alkaloid des Tabaks ist das Nikotin. Im Rauch von etwa 20 Zigaretten ist die tödliche Menge des Neurotoxikums enthalten. Der Kettenraucher überlebt seinen Nikotinkonsum nur, weil er die Dosis über den Tag verteilt.
Nikotin ist ein biologisches Pflanzenschutzmittel, aber bedenklich
Die Tabakpflanze produziert das Nikotin in den Wurzeln und leitet es in die Blätter, in denen sich der Wirkstoff ansammelt. Die biologische Funktion ist die Abwehr von Schadinsekten, denn auch für Kerbtiere ist Nikotin stark giftig. Selbst der Mensch kann das Insektizid mit einem Sud aus Tabakblättern nutzen. Seit 40 Jahren ist der Einsatz von Nikotinpräparaten in der Landwirtschaft allerdings verboten. Zu sehr dezimierte das Pestizid auch die Bestände der Nutzinsekten wie Marienkäfer. Freilich erwies sich auch der Ersatzstoff E605 als Katastrophe für Mensch und Umwelt. Die Behörden zogen die Zulassung zurück. Pflanzenschutzmittel müssen selektiv wirken und für Wirbeltiere ungiftig sein.
Der Kolonialismus globalisierte die Sucht
Bekanntlich erfanden die Indianer den Tabakkonsum. Wahrscheinlich begann es mit dem Rauchen während ritueller Handlungen, doch entwickelte sich der Nikotinverzehr auch bei den Erstbesiedlern Amerikas bald zur Sucht. Von Nord- über Mittel- bis Südamerika einschließlich der Karibischen Inseln rauchten, schnupften und kauten die Menschen die getrockneten Blätter. Sogar Getränke bereiteten sich die Konsumenten aus Tabak zu. Wie viele Tote es bei den Experimenten gegeben hat, verliert sich im Dunkel der Frühgeschichte. Über Expeditionen der europäischen Kolonialmächte kam das Kraut in die alte Welt. Der Diplomat Jean Nicot brachte den Tabak nach Frankreich. Nach ihm benannten Botaniker die Gattung „Nicotiana“, zu der 75 Arten zählen.
Scheitern des Feldzuges gegen den blauen Dunst in Europa
In Europa nahmen viele Menschen den Tabak begeistert an. Der beißende Qualm fand allerdings schon damals Gegner und in vielen Ländern verhängten die Behörden zeitweise eine Prohibition. Erfolgreich durchsetzen konnte die Justiz das Verbot nirgendwo. Die Straftäter waren so zahlreich, dass eine strikte Verfolgung nicht möglich war. Einfuhrzölle konnten das Problem auch nicht lösen. Die Erhöhung der Importabgabe um sagenhafte 4000 % führte im 15. Jahrhundert in England zu einer weiteren Missliebigkeit: Schmuggler entdeckten den Schwarzmarkt für Tabak als profitable Einnahmequelle. Daraufhin wurden die Zölle wieder gesenkt.
Permalink zu dieser Informationsseite (für Webseiten / Blogs):
Link als BBCode (für Foren / Communities):
Hinweis: wenn Sie einen der obenstehenden Links kopieren und in eine Webseite, ein Blog oder Forum einfügen, helfen Sie aktiv dabei, das Wissen rund um die Gefahren des Rauchens zu verbreiten und Mitmenschen zu schützen. Vielen Dank.
