Das Einatmen und Inhalieren von Zigarettenrauch bewirkt eine verminderte Durchblutung von allen Geweben und Organen. Schon ein Zug aus der Zigarette setzt diesen Prozess in Gang. Das Nikotin verweilt im Mundraum, wird dann inhaliert und ausgeatmet. Schon unmittelbar danach ist auch die Durchblutung des Zahnfleisches deutlich reduziert. Die Widerstandskraft gegen Keime und Bakterien nimmt aus diesem Grunde ab, es besteht ein hohes Risiko an einer Zahnfleischentzündung, die Paradontitis genannt wird, zu erkranken. Während bei einem Nichtraucher die Infektabwehr gut funktioniert, kann regelmäßiges Rauchen diese Abwehr dauerhaft herabsetzen und zur Parodontitis führen.
Keime vermehren sich in den Taschen des Zahnfleisches und im tieferen Gewebe,- in der Folge wird auch gesundes Zahnfleisch angegriffen und entzündet sich. Zuerst bemerkt man dann eine leichte Blutung beim Zähneputzen oder beim Biss in den Apfel. Von allein wird dieses Problem jetzt nicht mehr gelöst und der Entzündungsprozess schreitet mit der Zeit voran.
Leider hilft auch häufiges Zähneputzen nicht, dieser Entwicklung vorzubeugen. Immer mehr Keime dringen in das Zahnfleisch ein und sogar neue Bakterienarten kommen hinzu. Während am Anfang die Staphylokokken und Streptokokken das Zahnfleisch besiedeln, kommen nach und nach in den tieferen Zahntaschen die Anaerobier hinzu. Diese brauchen zum Leben keinen Sauerstoff und gedeihen tief im Gewebe gut. Das hat zur Folge, dass die Blutungen im Mund stärker werden und häufiger auftreten. Das Zahnfleisch wirkt jetzt entzündet, gerötet und bildet sich zurück. Die Parodontitis führt unbehandelt zum Ausfall einzelner gesunder Zähne. Der Gang zum Zahnarzt und die regelmäßige Kontrolle des Zahnfleisches sind für Raucher von größter Wichtigkeit.
Nach Diagnose der Parodontitis
Ist eine Parodontitis festgestellt worden, beginnt der Arzt umgehend mit der Behandlung. Zuerst wird die Taschentiefe der Zahnfleischtaschen gemessen. An einer bestimmten Taschentiefe erkennt der Zahnarzt, wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist. Auch die Stärke der Blutung gibt hier gute Anhaltspunkte.
Mechanisch und unter Betäubung werden die Innenseiten des Zahnfleisches von weichem, abgestorbenen Gewebe gereinigt. Vorher muss es dazu einige Tage desinfiziert werden. Dies geschieht mit einer Desinfektionslösung die in der Praxis bereitsteht. Gerade bei der durch Rauchen ausgelösten Parodontitis verzögert sich der Heilungsprozess um viele Tage und muss oft mit einer Antibiotikagabe unterstützt werden.
Wird nun weiter geraucht, entsteht schon bald die nächste Entzündung, was oft eine chronische Dauerentzündung zur Folge hat. Die Wahrscheinlichkeit des Zahnverlustes wird nach vielen Raucherjahren immer größer, die Zähne lockern sich, weil das zurückgegangene Zahnfleisch den Zahn samt Wurzel nicht mehr sicher im Kiefer halten kann.
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