„Der Gesundheitsminister warnt: Rauchen schadet Ihrer Gesundheit!“, so oder so ähnlich steht es auf vielen Zigarettenschachteln und Tabakpäckchen. Trotzdem greifen immer noch zu viele Menschen zum Glimmstängel. Selbst drastische Warnungen wie „Rauchen tötet!“ schrecken kaum ab, die Sucht ist eben stärker. Sterben müssen wir alle, kontert der genervte Raucher zynisch und wer hört schon auf die Sprüche der Politiker? Tabak ist immerhin frei käuflich und unterscheidet sich dann wohl von den harten, illegalen Drogen. Das ist eine gefährliche Täuschung. Nach kurzer Zeit fragwürdigen Genusses ist auch der Raucher abhängig und die Folgen dieser Sucht können durchaus verheerend sein. Die gesundheitlichen Schäden sind weitgehend bekannt, werden aber selten wahrgenommen. Der Süchtige glaubt, die Lage im Griff zu haben. Das ist das Wesen einer jeden Sucht, egal welche Droge sie hervorbringt. Im Tabak sind jede Menge Stoffe, die sowohl suchtfördernd als auch gesundheitsgefährdend sind. Der Raucher macht sich meist nicht bewusst, was er so alles inhaliert. Das berühmt, berüchtigte Nikotin, ein starkes Nervengift mit fatalen Auswirkungen auf unser Gefäßsystem, ist nur eines von unzähligen Giften, denen wir mit jedem Zug an der Kippe Tür und Tor öffnen. Und wir zahlen dafür – manche einen guten Teil ihres sauer verdienten Lohnes, aber jeder mit seiner Gesundheit und letztendlich mit seinem Leben. Ein teures „Vergnügen“. Statistisch gesehen sinkt die Lebenserwartung eines Rauchers mit jeder Zigarette um ungefähr 22 Minuten, wenn er 20 Jahre lang täglich eine Schachtel qualmt. Sechs Lebensjahre sind leicht verraucht.
Starker Tabak
Der Konsum von Zigaretten, Zigarren und Pfeifen erhöht unser Krebsrisiko, selbst wenn wir „nur paffen“. Chemische Verbindungen, die sonst bestenfalls in der Schädlingsbekämpfung eingesetzt werden, verursachen Schlaganfälle und schwächen das Immunsystem. Sie lassen das Zahnfleisch schwinden und die Haut schrumpeln. Sie verlangsamen die Wundheilung ebenso, wie die Leistung unseres Gehirns. Sie schädigen unser Erbgut, das ungeborene Kind und senken Fruchtbarkeit und Potenz. Die psychischen Auswirkungen reichen von einer gesteigerten Anfälligkeit für posttraumatische Belastungsstörungen bis hin zu einer vierfach erhöhten Selbstmordrate unter Rauchern. Zu den vielfältigen gesundheitlichen Nachteilen kommen noch volkswirtschaftliche Belastungen, die durch Arbeitsausfälle und verlorene Lebenszeit der Raucher entstehen. Laut WHO (Weltgesundheitsorganisation) sterben jährlich etwa 5,4 Millionen Menschen durch blauen Dunst, was einem stündlichen Jumbo-Absturz gleichkäme, wie ein WHO-Mitarbeiter anschaulich formulierte. Immerhin, wenn alle schlagartig das Rauchen einstellten, gäbe es, zumindest kurzfristig, eine gewisse Erholung für unrentable Rentensysteme und marode Pflegekassen. Allerdings werden die wenigsten Raucher das vermeintliche Glück haben, mit dem Pfeifchen im Mund selig dahinzuscheiden.
