Wirkung

VN:F [1.9.10_1130]
Rating: 4.5/5 (2 votes cast)

Nikotin ist in den Blättern der Tabakpflanze enthalten und gelangt beim Inhalieren des Tabakrauches mit den Teerteilchen bis in die winzigen Lungenbläschen. Von dort aus dringt das Nikotin innerhalb weniger Sekunden mit dem Blut bis in das Gehirn vor, wo es seine mannigfache Wirkung entfaltet.

Auswirkungen des Nikotins im Körper

Das Nikotin dockt an bestimmte Rezeptoren des Nervensystems an und kann so die Blut-Hirn-Schranke überwinden, die das Gehirn normalerweise vor dem Eintritt von Giftstoffen schützt. Diese Rezeptoren wiederum steuern wichtige Funktionen im Körper. Das angedockte Nikotin ist so in der Lage, diese Funktionen zu beeinflussen.

Stimulierende Wirkung

Nikotin bewirkt eine Ausschüttung verschiedener Neurotransmitter wie Endorphine, Dopamine, Serotonin und Noradrenalin und hat damit eine ähnlich stimulierende Wirkung auf das Gehirn wie Kokain oder Amphetamine. Dies ist auch ein Grund dafür, dass Nikotinkonsum schnell süchtig macht. Durch die Ausschüttung dieser Botenstoffe erhöht sich der Herzschlag, die Blutgefäße ziehen sich zusammen und der Blutdruck steigt. Zusätzlich wird der Gehirnstoffwechsel angeregt, was man mit einem regelrechten Kick der Glückshormone umschreiben kann. Damit hat das Nikotin zugleich eine anspannende und entspannende Wirkung. Das Belohnungszentrum im Gehirn, der Nucleus Accumbens, wird durch die Nikotinaufnahme positiv stimuliert und erzeugt ein ähnliches freudiges Zufriedenheitsgefühl wie Essen, Trinken oder Sex. Beim Abbau des Nikotins im Körper entsteht Nikotinsäure, das zum Vitamin-B-Komplex gehört und eine Erweiterung der Blutgefäße bewirkt. Zusätzlich stärkt das Abbauprodukt des Nikotins die psychomotorische Leistungsfähigkeit, die sich u.a. in einer gesteigerten Aufmerksamkeit, einer besseren Gedächtnisleistung und einer verbesserten Lernfähigkeit ausdrückt.

Steigerung des Nikotinkonsums

Durch regelmäßigen Tabakkonsum bilden sich ständig neue Rezeptoren, an denen das Nikotin andocken kann. Dadurch wird dem Körper signalisiert, für mehr Nikotin-Nachschub zu sorgen, während die Rezeptoren gleichzeitig immer unempfindlicher für das Nikotin werden. Der teuflische Kreislauf beginnt: um die gleiche entspannende Wirkung zu erzielen, muss immer mehr Nikotin zugeführt werden.

Langzeitwirkung des Nikotins

Nikotin führt in kürzester Zeit zur psychischen und physischen Abhängigkeit. Der je nach Konsum mehr oder weniger stark ausgeprägte Raucherhusten sowie arterielle Gefäßerkrankungen wie das Raucherbein gehören u.a. zu den körperlichen Langzeitfolgen. Zu den psychischen Folgen jahrelangen Nikotinkonsums zählen die Schrumpfung des Gehirns und die damit verbundene Einschränkung der Gehirnleistung.

Symptome bei Nikotinentzug

Nikotinentzug führt je nach dem Grad der Abhängigkeit zu erhöhter Nervosität, depressiven Verstimmungen, Angstzuständen, Schlaf- und Konzentrationsstörungen. Eine Nikotinentwöhnung kann mit entsprechenden Medikamenten unterstützt werden, um die psychischen und physischen Entzugssymptome zu mildern.

Permalink zu dieser Seite (für Webseiten / Blogs):



Link als BBCode (für Foren / Communities):



Hinweis: wenn Sie einen der obenstehenden Links kopieren und in eine Webseite, ein Blog oder Forum einfügen, helfen Sie aktiv dabei, das Wissen rund um die Gefahren des Rauchens zu verbreiten und Mitmenschen zu schützen. Vielen Dank.