Kalter Entzug Rauchen
Oft wird vom Raucher verlangt, von einem Tag auf den anderen zum Nichtraucher zu werden. Die Familie oder die Freunde machen sich ernsthafte Sorgen um die Gesundheit des Rauchers und wollen deshalb so schnell und effektiv wie möglich aktiv werden, um ihren geliebten Menschen vor den Gefahren des Zigarettenrauchs zu schützen. Dabei setzen sie ihn so sehr unter Druck, dass er sich für einen kalten Entzug entscheidet, oftmals sogar in Eigenregie.
Der kalte Entzug
Von einem kalten Entzug spricht man, wenn der Raucher auf einen Schlag keine Zigaretten mehr bekommt. Häufig raucht er zeremoniell und bewusst die letzte Zigarette oder beendet eine Packung und entschließt sich dazu, keine neue mehr zu kaufen. Der Körper erhält dadurch kein Nikotin mehr, Entzugserscheinungen setzen ein – es handelt sich um die Methode, die bei gefährlichen Drogen oft die besten Erfolge bringt. Zur Raucherentwöhnung eignet sich der kalte Entzug hingegen nur bedingt, die Rückfallquote ist hoch und der Erfolg ist von den Rahmenbedingungen abhängig.
Entzug in der Klinik
Die meisten erfolgreichen kalten Entzüge finden in einer speziellen Klinik statt, die der Raucher für einige Wochen besuchen muss. Dort wird darauf geachtet, dass er keine Zigaretten bekommt – das Risiko, dass er in der Zeit seines Aufenthalts raucht, ist praktisch gleich null. Wenn er wieder entlassen wird, hat sich der Körper im Idealfall von der ständigen Nikotinzufuhr entwöhnen können und der Raucher kann alleine oder in Zusammenarbeit mit einem Therapeuten weiter an der dauerhaften Entwöhnung arbeiten. Auch dieser wird darauf achten, dass der Raucher nicht wieder rückfällig wird.
Entzug ohne fachmännische Hilfe – eine Belastungsprobe
Oftmals trauen sich die Familienmitglieder des Rauchers zu, einen kalten Entzug durchzuführen. In den meisten Fällen täuschen sie sich jedoch darin und überschätzen ihre Fähigkeiten. Sie müssen wissen, dass der Raucher von ihnen volle Unterstützung braucht und sie ihm auch dann Vertrauen in den Erfolg einflößen können müssen, wenn sie vielleicht selbst nicht mehr an Erfolg glauben. Außerdem muss ihnen bewusst sein, dass sie über den Raucher wachen und dafür sorgen müssen, dass er nicht doch wieder heimlich raucht. Tut er es trotzdem, können sich Familienmitglieder und Freunde schnell betrogen fühlen und ernsthaften Streit mit dem Raucher in dem Glauben beginnen, er habe sie damit absichtlich verletzen oder hintergehen wollen. Eine Familie oder ein Freundeskreis muss sich bewusst machen, was der kalte Entzug für das Zusammenleben bedeutet, bevor sie sich dafür entscheidet.
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